Schutzengel

"Diese Entscheidung wäre mein Tod gewesen!"

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Die Sonne schien in unser Wohnzimmer, der Himmel war blau und die Temperaturen 
einfach herrlich angenehm. 
Ein Samstag, der viel zu schön war, um zu Hause zu bleiben. Also packte ich alles zusammen, 
schnappte mir Emma und wir fuhren nach Dagebüll zur Fähre. 
"Einmal Föhr und zurück bitte"
Wir beide haben so einen unheimlich schönen Tag auf der Insel verbracht. 
Saßen am Strand und haben im Sand gespielt, lecker gegessen,... ich habe diese Momente so sehr gelebt, genossen und in mir aufgesogen.Ganz anders als sonst. 

Kurz bevor wir gegen 17 Uhr wieder auf die Fähre gingen, bemerkte ich grippeartige Symptome,
wie Schüttelfrost, leichte Kopfschmerzen, Halskratzen, leichter Schnupfen,..
Zu Hause angekommen ging es mir wieder super und ich habe für uns alle Abendessen zubereitet. 

Als Emma bereits im Bett lag und schlief, saßen Artjom und ich unten auf der Couch, als ich 
immer wieder so leichtes Unterleibsziehen bemerkte. 
"Ob ich wohl meine Tage bekomme?" Seit Emmas Geburt im November 2018 hatte ich sie noch nicht
 bekommen. Wäre ja langsam Mal an der Zeit. 
Kurz darauf ging ich zu Emma hoch und kuschelte kurz mit ihr, als sie leicht quengelte. 
Plötzlich schoß ein Schmerz durch mein Unterleib den ich so noch nie hatte. Ich lag wie gelähmt neben Emma und konnte mich nicht bewegen. 
Ein paar Minuten später ging ich runter und bekam in Intervallen immer wieder Schmerzen.
Alle 2-3 Minuten. Wie Wehen. Nur fühlte sich dieser Schmerz ich viel schlimmer an.  
Innerhalb der nächsten Stunde wurden Diese so schlimm, das ich nicht mehr sitzen oder stehen
 konnte, und auf alle Viere am Boden war. Ich habe so geweint vor Schmerzen.
Artjom wusste auch nicht mehr weiter und rief als erstes die Notfallnummer 116117 an. 
Nachdem kurz die Symptome abgefragt wurden, hieß die Diagnose am Telefon:
 "Höchstwahrscheinlich eine Nierenkolik." 
Einen Krankenwagen zu rufen, wurde nicht für nötig gehalten. 
Daraufhin rief Artjom 4x die 112 an, bis er jemanden ans Telefon bekam. Nach langem betteln,
 wurde der Notarzt zu uns nach Hause geschickt. 
Es wurde Fieber gemessen, Blut abgenommen und ein schmerzlinderndes Medikament verabreicht. 
Wenige Minuten später traf der Krankenwagen ein. Während ich mit höllischen Schmerzen auf 
der Couch lag, wurde sich leicht darüber lustig gemacht, dass wir "wegen Unterleibsschmerzen" 
die 112 anriefen. 
Gezwungenermaßen wurde ich in Niebüll ins Krankenhaus gefahren. 
Die Schwester nahm mir gleich Blut ab. Kurz darauf kam der erste Arzt der meinen ganzen Bauch 
schallte. Wortlos verließ er das Zimmer und ein anderer Arzt kam und schallte auch den gesamten Bauch. Es wurde nicht ein Wort mit mir gesprochen. Auf dem Bildschirm sah ich weiße Punkte im Bereich der Nieren und habe mir schon ausgemalt, dass ich vielleicht Krebs habe, sterbenskrank bin,...
Als der dritte Arzt dann kam und ebenfalls schallte, platzte mir die Geduld und ich wollte 
endlich wissen was los ist. 
Jaa, drei Ärzte und niemand konnte was sagen. Der eine meinte er sehe eine Flüssigkeit im 
Bauchbereich, könne allerdings nichts dazu sagen. Der Andere meinte, das es so schlimm
 sicherlich nicht sei und er mich deswegen jetzt nach Hause schicken würde. 
Diese Entscheidung wäre mein Tod gewesen! 

Plötzlich kam die Schwester rein und meinte: "Sie sind schwanger!"
und an dieser Stelle muss ich eine Woche zurück gehen

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Eine Woche vorher, an einem Dienstag, machte ich einen SS-Test der positiv war. 
Gott habe ich mich gefreut.  Endlich hat es geklappt!
 Ich rief sofort bei meiner Frauenärztin an und bekam für die Woche darauf, am Donnerstag einen Termin. 
Zwei Tage nach dem Test bekam ich morgens starke Blutungen. 
Ich bekam sofort Panik, schnappte mir Emma und fuhr mit ihr nach Flensburg zu meiner FÄ. 
Während der Fahrt bemerkte ich, wie die Blutung immer mehr wurde. 
...
Als meine FÄ mich untersuchte, sah ich ihre Augen und wusste das irgendwas nicht stimmt. 
Als sie dann sagte, das sie nichts sieht und ich nicht schwanger sei, 
brach bei mir alles zusammen.
 Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Ich zeigte ihr die beiden Tests die ich gemacht habe. Sie schaute nochmal, konnte allerdings keine SSW feststellen. 
Keine Eizelle, keine Veränderungen in der Gebärmutter,.. NICHTS
Die Blutung sah für sie wie eine Regelblutung aus. 

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"Sie sind schwanger" 
Einerseits habe ich mich so über diese Worte gefreut und anderseits wusste ich, das es nicht 
sein kann. Meine FÄ hat doch gesagt, das da nichts ist
Die Ärzte gingen und ich kam mit der Schwester ins Gespräch. 
Als ich ihr die Vorgeschichte erzählte, war sie gleich ehrlich mit mir und teilte mir ihren 
Verdacht mit. 
Eileiterschwangerschaft! 
Ist das jetzt gut oder schlecht?! Ich habe Mal davon gehört, aber mich noch nie mit dem Thema 
auseinandergesetzt. 
Mit Hängen und Würgen bekam sie vom Arzt das OK, mich nach Husum zu verlegen, da es dort die
 Gynäkologie gibt. 





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